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Mídas und seine sieben Mütter

17. desember 2011 kl. 23:54

Mídas und seine sieben Mütter

Vergangenes Frühjahr kam es zu vielen Diskussionen rund um den Verkauf des Hengstes Mídas frá Kaldbak und einige potentielle Käufer wurden genannt. Das Interesse an diesem fantastischen Hengst war groß, was mit Sicherheit auch niemanden verwundert hat, schließlich bekam er bei seiner Materialbeurteilung acht Mal die Note 9,0 und eine Gesamtnote von 8,34. Auch auf Sportturnieren im Tölt und Viergang, sowie bei Gæðingakeppni-Prüfungen hat er großes Aufsehen erregt.

Letztendlich hat eine Zuchtgemeinschaft aus Schweden den hübschen Gári-Sohn erworben. Manch einen hat es gewundert, denn die sieben Frauen haben erst vor einigen Jahren im kleinen Stil mit der Pferdezucht begonnen. Scheinbar haben sie jedoch einen guten Geschmack und zudem auch guten Geschäftssinn. Der Plan ist es, durch den Kauf von einigen guten Hengsten die Zucht in Schweden zu verbessern. Die Zuchtgemeinschaft besaß schon zuvor zwei Hengste, nämlich Fjörnir frá Hólum, der nach einigen Aussagen noch eine große Zukunft im Sport vor sich hat, und Arður frá Lundum, der in Schweden bereits viel zum Deckeinsatz gekommen ist.

Eiðfaxi wollte sich ein wenig genauer über die sieben Freundinnen und ihr Interesse am Islandpferd informieren:

Die Besitzerinnen von Mídas heißen Nina Keskitalo, Eva Spegel, Kristin Hjörleifsdóttir Steiner, Malin Annell, Elisabeth Särenfors, Agneta Rolf, Åsa Lundqvist und Ella Lindvall.

Ihr reiterlicher Werdegang ist sehr verschieden, aber alle besitzen heute einige Islandpferde. Manche von ihnen sind Hobbyreiter und züchten im kleinen Stil, andere haben begonnen mit der Zucht ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie sind teilweise mit der Vermarktung des Islandpferdes beschäftigt, einige arbeiten aber auch hauptberuflich als Bereiter oder Reitlehrer und nehmen an Turnieren teil.

Nina kümmert sich generell um das Training und das Vorstellen der Pferde, die sich im Besitz der Haltergemeinschaft befinden. Sie hat sehr viel Erfahrung und gehört schon seit einigen Jahren zur schwedischen Mannschaft bei Weltmeisterschaften, sei es als Reiterin, oder als Trainerin. Auch die Familien der Hengstbesitzerinnen sind mittlerweile von der Islandpferdereiterei begeistert. Die Tochter von Eva, Julia Lindmark, arbeitet hierzulande als Bereiterin und die Tochter von Agneta, Matilda, ist stets Teil der schwedischen Juniorenmannschaft. Ihr neues Turnierpferd ist der erfahrene Töltmeister Tumi frá Stóra-Hofi, den Matilda bei der WM 2013 in Berlin vorstellen möchte.

„Die Liebe zum Islandpferd ist das, was uns verbindet. Das Islandpferd erfüllt alle unsere Wünsche. Es verfügt über unglaublich viel Energie und einen guten Charakter. Die fünf Gänge sind eine Besonderheit und machen das Training dieser Rasse sehr spannend,“ erzählen sie. Ziel der Haltergemeinschaft ist es, den Leuten in Schweden die besten Zuchtpferde zur Verfügung zu stellen, die sowohl gutes Gebäude, als auch hervorragende Gangarten vererben.

In 10 Minuten überzeugt

Durch Zufall entdeckten Eva und Malin Anfang des Jahres ein Video von Mídas im Internet und waren sofort von ihm begeistert. „Nina jedoch war nicht so leicht zu überzeugen, schließlich sollte man ja auch anhand eines unscharfen Videos keine voreiligen Schlüsse ziehen. Aber ohne dass wir es wussten hat sich unser Freund Ólafur Ásgeirsson mit Nina in Verbindung gesetzt und ihr erzählt, dass in Island ein einzigartiges Zucht- und Turnierpferd zum Verkauf steht. Das war Mídas.“ Ólafur hat die Freundinnen schon zuvor beim Kauf von Arður und Fjörnir unterstützt. Sie machten sich also gemeinsam auf den Weg nach Island um sich Mídas live anzusehen. „Es vergingen nur ungefähr 10 Minuten bis wir wussten, dass wir dieses Pferd haben wollten.“

Der Kaufvertrag wurde also unterschrieben und schon im Januar wird Mídas seine Reise nach Schweden antreten, wo ihn großes erwartet. „Mídas ist ein sehr auffälliges Pferd. Er ist sehr groß, feuerrot und wunderschön. Er hat hochweite Bewegungen, viel Raumgriff und einen erstklassigen Charakter. Zudem ist es natürlich ein Plus, dass er in den vergangenen Jahren so hervorragend von Steingrímur Sigurðsson trainiert wurde. Auch die Abstammung von Mídas ist für uns sehr interessant und passt gut zu den Abstammungen unserer Zuchtstuten. Natürlich hoffen wir darauf, dass auch andere Züchter unserem Hengst Interesse zeigen. Sein Zuchtwert ist sehr hoch und wenn er im kommenden Jahr auf einigen Turnieren platziert wird, denken wir hat er ganz gute Chancen. Wir sind schon sehr gespannt darauf, was die Zukunft bringen wird und wie sich Mídas in Schweden etablieren wird,“ sagen die Frauen und planen auch noch weitere Einkäufe in Island. „Passt nur gut auf! Wir tauchen jederzeit auf und könnten auch euer Lieblingspferd kaufen,“ sagen sie und lachen über ihren Scherz. Aber steckt nicht in jedem Witz auch ein kleines bisschen Wahrheit?