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Geduld und Genauigkeit bringen Erfolg

30. desember 2011 kl. 22:38

Geduld und Genauigkeit bringen Erfolg

Der durch den FT organisierte Informationsabend mit Rúna und Jóhann war nach Beurteilung der Vorsitzenden Sigrún Ólafsdóttir ein voller Erfolg. „Durch den FT wurden in der Vergangenheit viele informative Veranstaltungen und Demonstrationen organisiert, die stets gut besucht waren. Es zählt zu unseren Aufgaben, den Reitern und Reitlehrern gute Ausbildungs- und Trainingsmethoden zu vermitteln.“

Die Vorträge von Rúna Einarsdóttir-Zingsheim und Jóhann Skúlason waren unterschiedlich, beide verfolgen aber trotz unterschiedlichen Trainingsmethoden dasselbe Ziel.

Folgende Schwerpunkte legen beide Reiter bei ihrem Training:

  • Leichtigkeit, Sensibilität und Weichheit stehen an oberster Stelle, denn nur dann kaut das Pferd zufrieden auf dem Gebiss.
  • Das Pferd muss ausgeglichen sein und wissen, was auf es zu kommt. Beide erklärten den Zuhörern, dass sie viel im Schritt arbeiten und die anderen Gangarten hauptsächlich im Arbeitstempo trainieren.
  • Sie geben sich viel Zeit für jedes einzelne Pferd und überanspruchen diese nicht. Funktioniert etwas nicht wie gewollt, so gehen sie einen Schritt zurück und geben sich erneut mehr Zeit für die Grundlektionen.

 

„Rúna gab uns einen Einblick in die Zusammenarbeit mit Freyr vom Nordsternhof. Nicht immer arbeitete er so gut mit seiner Reiterin zusammen und der Erfolg ist sicherlich seiner geduldigen Reiterin zu verdanken, die sehr lange und intensiv mit ihm gearbeitet hat. Ihre Beziehung zueinander scheint ganz besonders zu sein und dies wird natürlich vor allen Dingen durch die großen Erfolge bestätigt. Rúna sprach viel darüber, dass es wichtig sei, die Pferde leicht in der Hand zu haben. Sie zitierte desöfteren ihren Vater, der zu seiner Zeit dafür bekannt war, dass seine Pferde stets in schöner Haltung liefen und nie gegen die Reiterhand gingen. Sie sprach davon, dass sie damals manchmal genervt von den Ratschlägen ihres Vaters war, aber heute auch ihre Reitschüler vor allen Dingen auf die Wichtigkeit der weichen Reiterhand hinweist. Rúna ging sehr genau auf die Arbeit an der Longe ein und erklärte, dass diese nur erfolgreich sein kann, wenn man sehr genau arbeitet,“ sagt Sigrún.

Gute Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg 

„Jóhann sprach allgemein über seine Trainingsmethoden und bezog sich dabei nicht ausschließlich nur auf ein Pferd. Er sprach viel davon, dass es wichtig ist, den Pferden Zeit zu geben und das Training abwechslungsreich zu gestalten. Es ist wichtig, dass der Reiter den Ton angibt, er dem Pferd aber gleichzeitig auch ein Freund ist. Nichts soll seiner Meinung nach unter Zwang geschehen.
Nach dem Aufsitzen ist es wichtig, dass der Reiter im ruhigen, langsamen Schritt am langen Zügel losreiten kann. Dadurch hat er die Bestätigung, dass das Pferd gelassen ist und keine Angst hat. Jóhann erklärt uns, dass er, bevor er beginnt ein Pferd zu trainieren, zuerst die Zähne nachschauen lässt. Es ist überaus wichtig, dass die Pferde keine Verletzungen im Maul haben, oder durch die Zähne bekommen könnten. Ein Pferd, welches sich einmal verletzt hat, wird sich in bestimmten Situationen stets an diesen Schmerz zurückerinnern und ängstlich werden. Jóhann legte viel Wert darauf den Zuschauern zu vermitteln, dass es sich bei der Töltprüfung nicht um Geschwindigkeit dreht, sondern um die Qualität der Gangart und Geschmeidigkeit im Bewegungsablauf.
Er betont zudem die Wichtigkeit alternativer Trainingsmethoden wie Handpferdereitern, die Pferde mit anderen zusammen einige Kilometer zu treiben, Schwimmen und Longenarbeit.“

Sigrún sagt, dass man sich zumindest die Sache mit der Geduld zu Herzen nehmen sollte, denn nur mit ihr lassen sich Ziele erreichen und vielleicht sogar Weltmeistertitel. 

„Beide Trainer waren sich darüber einig, dass der Bodenbelag in den meisten Reithallen in Island viel zu hart ist und beschrieben in ihren Vorlesungen die negativen Auswirkungen auf das Pferd. Betreffend den zunehmenden Verletzungen wie beispielsweise im Maul oder an den Beinen waren sie sich darüber einig, dass dies mit Sicherheit oft an mangelnder Vorbereitung liegt. Jede Vorbereitung und tägliche Kontrolle ist der Schlüssel zum Erfolg,“ sagt Sigrún. Die Zuhörer stellten sich schliesslich die Frage, ob es nicht sein könnte, dass die isländischen Reiter und Trainer eventuell zu viele Pferde im Training haben und ob es eine Möglichkeit gäbe dies zu ändern.

Im neuen Jahr wird der FT erneut verschiedene Vorlesungen und Demonstrationen halten. In den kommenden Wochen ist bereits eine Demonstration mit Olil Amble geplant und auch andere erfolgreiche ausländische Gäste haben ihr Kommen bereits bestätigt und werden uns schon bald über ihre Trainingsmethoden aufklären.


Longenarbeit gute Ergänzung zum täglichen Training

Eiðfaxi fragte drei Bereiter nach ihrer Meinung betreffend der Vorträge von Rúna und Jóhann. 

Súsanna Ólafsdóttir:

Ich bin sehr zufrieden damit, dass der FT diese beiden Reiter zu einer Vorlesung eingeladen hat. Wir waren schon so oft stolz auf die beiden, wenn sie für Island Titel und Medaillen gewonnen haben, aber nur wenige kennen Rúna und Jóhann persönlich.
Ich fand es schön, wie ehrlich und bescheiden die beiden waren. Sie sprachen von ihren Stärken, aber ebenso auch von ihren Schwächen und teilten uns neue Methoden mit, die sie gerade gelernt haben und andere, an denen sie selbst noch arbeiten.

Betreffend der Trainingsmethoden hat mich überzeugt, dass beide viel Wert auf eine gute Basis legen, auf Belohnung und Gelassenheit, sowie einfache Übungen wie Steigbügelküssen. Rúna wies darauf hin, dass es vorteilhaft ist, ein Pferd ein wenig zu bewegen, wenn man es aus dem Hänger holt, bevor man es wieder in den Stall bringt. Was mich zudem besonders an ihrem Beitrag überrascht hat, war die Tatsache, dass sie viel Wert auf Routine legt. Bei einem Ausritt macht sie die Gangartenwechsel und Gangarten stets an derselben Stelle oder auf denselben Wegen.
Bei Jóhanns Vortrag hat mich überrascht, dass er seine Pferde im Training hinter dem Zügel reitet. Er sagt, dass dies ihm dabei hilft, diese schöne Aufrichtung und Geschmeidigkeit im Genick während der Prüfung hervorzurufen.“
 

Guðmar Þór Pétursson:

Beide Vorträge waren durchaus lehrreich und es war interessant zu hören, dass beide sich die klassische Dressur zur Hilfe nehmen, um sich selbst und ihre Pferde zu verbessern. Sie haben sehr viel Verständnis für das Verhalten ihrer Pferde und das Wohlbefinden steht ihnen an erster Stelle. Es ist kein Zufall, dass diese beiden Reiter so erfolgreich im Turniersport sind. Für mich war es mal wieder eine nette Abwechslung, da ich ja mittlerweile in Amerika lebe. Es hat mir aber auch gezeigt, dass wir alle, egal mit welcher Rasse wir es zu tun haben, auf derselben Basis aufbauen. Ich denke, dass jeder Reiter, wenn er ein guter Reiter ist, mit jeder Pferderasse bzw. Reitweise zurecht kommen kann.

Während ihren Vorträgen hat man gemerkt, wie gut sie sich in Sachen Natural Horsemanship auskennen. Das bedeutet, dass sie wissen, wie man mit einem Pferd umgeht, auf welche Weise es lernt und wie man es zu Höchstleistungen bringen kann. Es war trotzdem schön zu sehen, dass beide im Herzen noch Isländer sind und ich denke, dass dies wichtig ist. Natürlich sollten wir offen für Veränderungen und neue Methoden sein, aber unsere Reitweise heisst es trotzdem zu schützen.“
 

Karen Líndal Marteinsdóttir:

Die Vorträge der beiden waren sehr gut und ich stimme mit ihnen in dem Punkt absolut überein, dass ein Pferd weich, sensibel und gelassen sein muss. Dies ist die Basis, die wir brauchen, um ein Pferd korrekt ausbilden und zu Höchstleistungen bringen zu können. Ist ein Pferd geschmeidig, relaxt und im Gleichgewicht, dann kommt es auch nur selten zu Greifverletzungen oder Wunden im Maul.

Ich fand es interessant, dass Rúna ihre Pferde sehr viel an der Longe arbeitet. Ich denke, dass dies eine gute Abwechslung ist und mit Sicherheit ist es interessant sich in diesem Bereich weiter auszubilden. Es ist sehr gut für das Pferd sich ohne Reiter zu bewegen und zudem interessant für den Trainer zu sehen, wie das Pferd sich bewegt und trägt.“