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„Schutz gegen Infektionen – Leute sind fahrlässig”

18. maí 2010 kl. 22:49

„Schutz gegen Infektionen – Leute sind fahrlässig”

Sigríður Björnsdóttir ist Tierärztin beim Institut für Ernährung. Sie ist beauftragt für die Gesundheit und das Wohlergehen der Islandpferde zu sorgen. Wie die meisten wissen, beherrscht derzeit eine stark übertragbare Pferde-Influenza die Insel und setzt vielen Trainern und Bereitern einen Strich durch die Rechnung. Nur wenige Turniere und Zuchtschauen finden derweil statt und trotzdem hoffen die Leute darauf, daß das Landsmót in knapp fünf Wochen beginnen kann. Sind die Erwartungen zu hoch gesteckt? Und wie kam diese Krankheit nach Island?

Eiðfaxi führte ein kurzes Gespräch mit Sigríður oder Systa, wie sie von den meisten genannt wird.

Eiðfaxi: Wie ist der Stand der Dinge?

„Die Influenza ist nach wie vor im Gange. Sie hatte ihren Höhepunkt vor ein paar Wochen, aber nach wie vor sind viele Pferde erkrankt. Die Anzeichen treten erst zwei bis vier Wochen nach der Infizierung auf. Die guten Nachrichten sind die, daß der Krankheitsverlauf jetzt im Frühjahr deutlich milder ausfällt, vor allem bei den Pferden, die größtenteils oder Tag und Nacht draußen stehen. An der frischen Luft erholen sich die Pferde hoffentlich schneller.”

Eiðfaxi: Glaubst du daran, daß das Landsmót zum geplanten Termin stattfinden kann?
„Es liegt einzig und allein in den Händen des Organisationsteams diese Entscheidung zu treffen. Es wird in nächster Zeit ein Meeting geben, bei dem der aktuelle Stand besprochen wird.”

Eiðfaxi: Und wie sieht es mit den Berittstationen aus, bei denen der Husten erst vor kurzem aufgetreten ist?

„Bei diesen ist die Situation natürlich ungewiss, was das Landsmót betrifft. Pferde, die jetzt erkranken, haben wahrscheinlich geringere Anzeichen, als die, die Winter krank waren und werden aufgrund von frischer Luft auch schneller wieder gesund. Die Leute wissen jetzt, daß es sehr wichtig ist, die Pferde zu schonen.”

Eiðfaxi: Nun haben wir von einigen Leuten gehört, die wieder mit dem Training begonnen haben, deren Pferde dann aber einen Rückschlag bekommen haben.
„Ja, das ist richtig und eine große Enttäuschung, vor allem wenn die Pferde wieder so langsam in gute Form gekommen sind. Mette Mannseth hat bereits hier auf www.eidfaxi.is vor ca. einem Monat ein Interview dazu gegeben. Diese Pferde werden aber wahrscheinlich nicht erneut so krank, wie zum Anfang, auch wenn ein wenig Zeit vergeht, bis sie wieder voll einsatzfähig sind. Es ist sehr wichtig, daß die Leute ihre Ställe säubern und desinfizieren, um eine weitere Verbreitung, oder eine erneute Infizierung zu vermindern.”

Eiðfaxi: Teilweise neigen die Leute wahrscheinlich dazu zu früh mit dem Training zu beginnen, denn schließlich haben einige von ihnen Pferde in Beritt, die auf Zuchtprüfungen und das Landsmót vorbereitet werden müssen.

„Es wurde beschlossen, einige Zuchtprüfungen kurz vor dem Landsmót zu halten. Dadurch haben die Leute mehr Zeit und weniger Stress.”

Eiðfaxi: Und wie sieht es mit den Freizeitreitern aus? Können diese im Sommer ihre Touren reiten?

„Dies muß jeder selbst entscheiden. Wenn man sich nicht sicher ist, ob sein Pferd gesund ist, dann sollte man es lieber stehen lassen. Vor allem der Husten ist ernst zu nehmen. Alle Pferde sollten zumindest so schnell wie möglich raus an die frische Luft kommen. Sollten sie Anzeichen einer Krankheit haben, ist es jedoch ratsam sie täglich zu kontrollieren. Wie in jedem Jahr sollten die Pferde zudem vorsichtig von Heu auf Gras umgestellt werden.”

Eiðfaxi: Gibt es bereits Ergebnisse von den Proben, die nach Schweden geschickt wurden?

„Ja, die Ergebnisse aus den meisten Proben haben wir bekommen und alle ernsten Pferdekrankheiten, die sich auf die Atemwege legen, sind auszuschließen. Darüber sind wir natürlich froh, auch wenn wir trotzdem noch nicht genau wissen, welchen Virus wir hier haben. Wir warten jedoch nach wie vor auf das Ergebnis der Probe zu den leichten Viruserkrankungen. Es wurden sowohl Proben nach Deutschland geschickt, als auch nach Amerika und Frankreich. Alle haben uns bereits dieselben Informationen gegeben. Ich möchte zudem darauf hinweisen, daß es sich bei der Krankheit in keinstem Falle um die Druse handelt. Wahrscheinlich haben wir es mit einer leichten Streptokokken Erkrankung zu tun.”

Eiðfaxi: Nach wie vor fragen wir uns, wie die Krankheit hier her kam. Es kann sein, daß jemand sie mit gebrauchtem Sattelzeug, Handschuhen, oder etwas anderem mitgebracht hat. Sind wir zu fahrlässig, was den Infektionsschutz betrifft?


„Ja, viele Leute sind definitiv zu fahrlässig. Sie reisen in andere Länder, halten Reitkurse, stellen Pferde auf Zuchtprüfungen vor usw. und von dort aus geht es dann auch direkt in den Flieger nach Hause. Ich habe große Bedenken, daß die Leute den Infektionsschutz nicht ernst nehmen, vor allem was den Import von gebrauchtem Lederzeug und Handschuhen betrifft. Vor allem Gebisse werden oft mitgebracht, obwohl dies verboten ist. Viele denken, es sei genug, die Reithosen oder Trensen über nach in den Gefrierschrank zu legen. Diese Art der Desinfizierung funktioniert aber keinesfalls und Krankheitserreger können sich nach wie vor in den Sachen befinden. Der Zoll hat die Aufsicht über die Sachen, die nach Island eingeführt werden, allerdings können die Leute auch nicht alles aufdecken. Es ist daher sehr wichtig, daß alle sehr genau darauf achten, daß sie ihre Reitklamotten desinfizieren. Alle haben immer bedenken, daß die Ausländer die Krankheiten mitbringen, aber es sind wohl eher die Isländer selber, die die größere Gefahr stellen. Wie wir sehen, müssen wir die Sache sehr ernst nehmen, denn durch die Krankheit ist der Islandpferdeszene ein großer Schaden entstanden. Neben den Vorbereitungen der Zucht- und Turnierpferde leiden auch die Reittour Unternehmen und Leute, die einen Pferdeverleih betreiben darunter.”

Eiðfaxi bedankt sich bei Sigríður für das Gespräch.