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Horst Klinghart blickt motiviert nach vorn

30. apríl 2010 kl. 12:03

Horst Klinghart blickt motiviert nach vorn

Interview mit dem Bundestrainer: Horst Klinghart blickt motiviert nach vorn. 
Die Weltmeisterschaft im Schweizer Brunnadern ist nun schon wieder etliche Monate her, und trotzdem darf man sich natürlich freudig an die Erfolge unserer deutschen Mannschaft in Sport und Zucht erinnern. Die Goldmedaille von Lena Trappe und Vaskur vom Lindenhof im Viergang hat man noch gut vor Augen, ebenso das Pass-Edelmetall von Melanie Müller und Jens Füchtenschnieder, dazu selbstverständlich die Dominanz der Zuchtpferde aus deutschen Landen mit dreimal Gold und zweimal Bronze. Bundestrainer Horst Klinghart sprach Interview per E-Mail mit isibless nun über die kommenden Aufgaben und Ziele.

isibless: Nach der WM ist vor der WM - der Blick von Euch Teamverantwortlichen geht daher bestimmt schon wieder nach vorn. Welche Erkenntnisse hat die Weltmeisterschaft 2009 für die Arbeit in Richtung Österreich 2011 geliefert?



Klinghart: Der Trend geht eindeutig in Richtung feines Reiten. Auf der WM 2009 gab es viele Ritte zu sehen, bei denen ein feiner Reitstil aufgefallen ist. Viele Pferde waren geschmeidig und elastisch mit guter Balance. Außerdem hatten Leichtfüßigkeit und Raumgriff einen höheren Stellenwert als auf früheren Weltmeisterschaften. Natürlich gab es auch Gegenbeispiele, aber die Tendenz ist eindeutig. Die Art, wie die Pferde vorbereitet waren und vorgestellt wurden und auch die Gespräche unter den Reitern, den Richtern und vor allem auch beim fachkundigen Publikum zeigen dies deutlich. 



Ist einem Reiter eine Vorführung mit auffallender Leichtigkeit und Geschmeidigkeit gelungen, so erntete er dafür sehr viel Lob und Anerkennung, auch wenn der Ritt nicht zum Sieg geführt hat. Man könnte auch sagen: auch wenn der Ritt NOCH nicht zum Sieg geführt hat, denn es gab einige Beispiele dafür, dass gründliche und geduldige Ausbildung letztendlich auch mit WM-Titeln belohnt wird. Guðmundur Einarsson fiel z.B. bereits in Oirschot mit sehr schönen Ritten auf, Lena Trappe erhielt dort den Feather Prize und nun den verdienten Weltmeister-Titel.

isibless: Dem Vernehmen nach werden wir ja in diesem Jahr bereits eine neu formierte Nationalmannschaft erleben, die dann z.B. bei der Mitteleuropäischen Meisterschaft Ende August in Österreich an den Start geht ...



Klinghart: Genau, seit letztem Herbst haben wir ein neues Konzept erarbeitet, bei dem die Struktur rund um unsere Mannschaft neu gestaltet worden ist. Dabei wurden die Begriffe Nationalmannschaft, Equipe, Kader, erweiterter Kader etc. sowie die zugehörigen Maßnahmen und deren Finanzierung genauer definiert.

Dem Kaderkonzept, einem Teil unserer Projekt-Inhalte, haben nun auch die zuständigen Gremien des  IPZV zugestimmt. Weitere anhängige Themen wird die Arbeitsgruppe in nächster Zeit erarbeiten, und fortan ist es die Aufgabe von mir als Bundestrainer und von unserer Teammanagerin Elke Schenzel, die vereinbarten Vorgaben umzusetzen und gemeinsam mit unserer Mannschaft mit Leben zu füllen.

Die Mitteleuropäische Meisterschaft im August in Semriach in Österreich wird eines der betreuten Turniere sein. Der IPZV wird also eine Mannschaft stellen, die bestmöglich unterstützt und begleitet wird. Die Größe dieser Mannschaft wird von den zur Verfügung stehenden Plätzen abhängig sein wie auch - natürlich - vom Interesse der Reiter an einer Teilnahme. Ich denke aber schon, dass wir mit einem großen und gut besetzten Team zur MEM fahren werden.

isibless: Im Sommer 2013 haben wir die Weltmeisterschaft der Islandpferde im eigenen Lande. Was sind Deine Hoffnungen und Erwartungen an den WM-Standort Berlin, an unsere Mannschaft und die Fans?



Klinghart: Eine WM im eigenen Land zu haben, ist natürlich eine großartige Sache. Die WM 2013 stellt eine besondere Herausforderung dar, da zum ersten Mal der Standort in eine große Stadt gelegt worden ist. Bisher waren die Turniergelände immer etwas außerhalb gelegen und man war gewissermaßen „unter sich“. Das wird in Berlin erstmalig ganz anders sein. Dort sind wir mitten in einer Metropole.  Es gilt also einerseits, die familiäre Atmosphäre unserer Turniere zu erhalten und gleichzeitig die Chance zu nutzen, ein sehr großes Publikum auf uns aufmerksam zu machen.

Millionen von Menschen könnten mit Bus oder S-Bahn zur Islandpferde-WM kommen. Und das sogar als Familienausflug für ein paar Stunden. So hat es das noch nie gegeben. Wenn die großen Medien entsprechend mit einbezogen werden, stellt dies eine außergewöhnliche Chance für den Islandpferdesport insgesamt dar.

Es wird sich auch für alle Reiter noch mehr als sonst lohnen, ihre Zeit, den finanziellen Aufwand und gehörige Anstrengungen in Kauf zu nehmen, um ein Teil dieser WM zu sein. Daher bin ich zuversichtlich in der Erwartung, dass sich die Leistungen unserer Reiter und Pferde weiter steigern werden und bin mir auch sicher, dass sehr viele Fans zur Unterstützung unseres Teams nach Berlin fahren werden.

Im Pferdesportpark Karlshorst wird es eine außergewöhnliche Stimmung und Atmosphäre geben, die ganz bestimmt niemand verpassen möchte.

isibless:
Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit der Mannschaft!


(hd)