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Haukur Tryggvason: Glücklich über Erfolge, Arbeit geht kontinuierlich weiter!

22. desember 2009 kl. 11:32

Haukur Tryggvason: Glücklich über Erfolge, Arbeit geht kontinuierlich weiter!

Die isibless-Community hat ihn zum Reiter des Jahres 2009 gewählt: Haukur Tryggvason, den sympathischen Wikinger aus dem Hochschwarzwald. Im Interview erzählt Haukur von seinem Leben in Deutschland, erklärt das Besondere an seinem WM-Pferd Baltasar und berichtet von seinen aktuellen Vorbereitungen für 2010.



isibless: Herzlichen Glückwunsch, Haukur, zu diesem Erfolg. Offenbar wussten die isibless-Mitglieder Deine Ritte bei Turnieren hierzulande und auch bei der WM in der Schweiz zu schätzen.

Tryggvason: Das freut mich sehr, und ich möchte mich ganz herzlich bei all denen bedanken, die ihre Stimme für mich abgegeben haben. Wir haben ja wirklich viele gute Reiter hier in Deutschland, und da war ich schon sehr überrascht bei diesem großen Zuspruch. Damit habe ich nicht gerechnet - vielen Dank!

isibless: Den größten Teil Deines Lebens hast Du bisher in Island verbracht. Was hat Dich nach Deutschland geführt und was magst Du an Deiner „neuen Heimat“ ganz besonders?

Tryggvason: Ich habe damals in Reykjavík eine tolle Frau kennengelernt - Johanna -, mit der ich inzwischen glücklich verheiratet bin. Wir waren ja erst auch noch zusammen zur reiterlichen Ausbildung in Hólar und sind jetzt mit unserer kleinen gemeinsamen Familie seit 2005 im Schwarzwald zu Hause. Das ist Johannas Heimat, und ich bin hier inzwischen auch „angekommen“.

Es ist einfach wunderschön hier, und ich mag die Ruhe sehr. Der Freyelhof liegt nur wenige Minuten von Hinterzarten entfernt; das kennt man ja wahrscheinlich u.a. vom Skispringen und weiterem Wintersport. Hier bei uns in rund 1.000 m Höhe haben wir echt tolle Luft und ein ganz besonders gutes Klima zum Wohlfühlen.

Was ich daran außerdem prima finde: hier gibt es schöne Winter und schöne Sommer. Da kann man dann auch ruhig in Kauf nehmen, dass die Fahrten auf Sportturniere oder FIZO-Zuchtprüfungen recht zeitintensiv sind. Dafür hat man dann eben auch seine Ruhe, wenn man wieder zu Hause ist. Wir können also ganz friedlich arbeiten und dürfen uns landschaftlich außerdem wie im Urlaub fühlen.

isibless: An welche Highlights erinnerst Du Dich aus der vergangenen Saison besonders gern?

Tryggvason: Der größte Erfolg in seiner Außenwirkung war natürlich die Silbermedaille in der Fünfgang-Kombination auf der Weltmeisterschaft in Brunnadern. Darauf können wir, denke ich, auch ein bisschen stolz sein. Ich glaube aber, es war insgesamt schön, die Entwicklung mit meinem Pferd Baltasar zu verfolgen und wie wir im Laufe der Saison immer besser in Fahrt gekommen sind.

Die besten Ritte von uns beiden gab‘s meiner Meinung nach aber auf der Deutschen Meisterschaft. Dort hat einfach alles super geklappt, und auch die Noten der Richter waren unsere höchsten des Jahres. Man muss das einfach immer im Ganzen sehen, finde ich. So schön einzelne Erfolge auch sind, spiegeln sie oft in einer Note und Platzierung natürlich auch nur die jeweilige Tagesform wieder. Gelingt es einem aber, die Leistungen relativ konstant auf einem gewissen Niveau zu halten und dann vielleicht sukzessive zu steigern, mag ich es viel lieber, wenn diese Kurve insgesamt in die richtige Richtung geht.

Da bin ich bei Baltasar aber guter Hoffnung, dass wir die Chance haben, uns in Zukunft nochmal zu steigern. Und daher hatte er zwar zunächst nach all den Turnieren eine ausgiebige Ruhepause, inzwischen arbeiten wir aber schon wieder und bereiten uns auf die kommende Saison vor. Die Arbeit geht schließlich kontinuierlich weiter.

isibless: Erzähl‘ uns ein wenig mehr über Baltasar vom Freyelhof. In seinen Unterlagen steht „Sohn von Glampi frá Vatnsleysu, 9 Jahre alt“. Was macht diesen schicken Hengst jenseits der Papierform aus? Für einen Fünfgänger zeigt er ja nun erstaunlich hoch-weite Bewegungen und hat ein insgesamt richtig starkes Gangpaket.

Tryggvason: Danke für die Blumen, ich werde ihm das Lob weitergeben! Auch wenn das jetzt vielleicht so klingt, wie man es in den meisten Verkaufs-Annoncen liest, stimmt es wirklich - an vorderster Stelle steht der Charakter, und Baltasar ist in dieser Hinsicht absolut gesegnet. Er ist sehr freundlich, höflich und kooperativ, eigentlich sogar richtig fröhlich und stimmt einen auch als Reiter auf diese Weise immer positiv.

Baltasar ist ein Hengst, der immer gut mitarbeiten will und der auch mit dem Stress, den so eine WM ja zweifellos mit sich bringt, prima umgehen kann. Daher meine ich ja auch, dass es vorrangig auf den Charakter ankommt und dass für den sportlichen Erfolg darauf aufbauend dann Training, Mechanik, dynamische Bewegungen und Balance folgen müssen.

Nicht zu vergessen: da sitzt dann ja auch immer noch ein Reiter obendrauf. Zwischen den beiden muss die Kommunikation also ebenfalls stimmen, und offenbar verstehen wir uns ja gut miteinander. Er ist ein in Deutschland gezogenes Islandpferd, ich bin ein in Deutschland lebender Isländer, also finden wir schon die richtige Sprache füreinander!

isibless: Welche Pläne gibt‘s für 2010?

Tryggvason: Zunächst mal hoffe ich, dass wir alle gesundbleiben - Zweibeiner und Vierbeiner. Und dann müssen wir konzentriert weiterarbeiten; von nichts kommt eben auch nichts. Mit unseren Erfolgen in diesem Jahr hatten wir so ja gar nicht unbedingt gerechnet, und auch wenn Johanna mit Erró und ich mit Baltasar uns darüber freuen, wollen wir uns natürlich auch noch weiter verbessern.

Die Arbeit mit den Pferden ist daher für die kommende Saison auch schon im Gange. Es ist ja sehr wichtig, jetzt ein solides Fundament zu legen, damit kann man nicht erst zu Saisonbeginn anfangen. Basis- und Aufbauarbeit, so würde ich das momentan beschreiben, und auch solche Faktoren wie Muskulatur und Ausdauer müssen ja behutsam trainiert und gesteigert werden.

Für die Turniere und Zuchtprüfungen sind wir mal ganz gespannt; wir haben hier durchaus 2-4 neue Kandidaten, die wir für entsprechend begabt halten und die wir gern, wenn alles gutgeht, 2010 zeigen möchten. Aber natürlich gilt für Nachwuchspferde wie für etablierte Turniersportler immer, dass wir ganz in Ruhe schauen, wie sie sich entwickeln und wann sie auch mal Pausen benötigen. Von daher warten wir einfach ganz gelassen ab; jetzt ist sowieso erstmal Weihnachten mit der Familie wichtiger!

isibless: Ein passendes Schlusswort ... danke, Haukur, für das Gespräch. Dir und Deiner gesamten Freyelhof-Familie gesegnete Feiertage und einen gesunden Start ins neue Jahr.


Vielen Dank an Henning Drath und www.isibless.de !



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