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Gunnar Örn Ísleifsson über Maul- & Zahngesundheit unserer Islandpferde

26. mars 2010 kl. 14:39

Gunnar Örn Ísleifsson über Maul- & Zahngesundheit unserer Islandpferde

Bei Materialprüfungen werden bekanntermaßen das Exterieur unserer Pferde und ebenso deren Reiteigenschaften unter die Lupe genommen. Zunehmend in den Blickpunkt rückt derzeit allerdings eine nicht immer unproblematische Thematik, welche die „inneren Werte“ des Pferdes berührt, und zwar die im Maul: Kiefer und Gebiss.

Nicht selten werden Pferde nach Sportprüfungen von den Richtern wegen blutender Wunden im Maul beanstandet - hat das aber immer zwangsläufig mit der groben Reitweise des „Jockeys“ zu tun? isibless sprach darüber mit dem "Horse Dentist" Gunnar Örn Ísleifsson, einem Meister seines Fachs, der nicht nur über eine jahrelange Berufserfahrung auf diesem Sektor verfügt, sondern der für seine angewandte Praxis in den vielen Ländern, in denen er aktiv ist - in dieser Woche allein von Island über Deutschland nach Österreich und weiter nach Holland -, einen exzellenten Ruf genießt.

isibless: Natürlich kommt auch beim Pferd ab und zu mal der Zahnarzt, aber wenn man jetzt davon hört, dass sogar bei FIZO-Prüfungen verstärkt auf Kieferstellung und Zähne geschaut werden soll, muss die Frage erlaubt sein, ob es ein neues Phänomen ist, sich damit zu beschäftigen oder ob gewisse Probleme gar neu sind und erst heutzutage sichtbar auftreten ...

Ísleifsson: Genau das ist ja der Punkt, und dieser ist eigentlich recht traurig - das sensible Thema Pferdegebiss hat es eigentlich schon immer gegeben, nur haben sich viel zu wenige Besitzer und Reiter wie auch Tierärzte darum gekümmert. Heute findet es nur deswegen stärkere Beachtung, weil es durch vermehrte Kontrollen auf Sportturnieren und Zuchtprüfungen auffällt, dass manche Pferde leichter oder stärker bluten.

Schnell ist man dann bei der Kritik am Reiter, dass er oder sie so grob mit dem Pferd umgegangen ist. Das ist aber häufig gar nicht der Grund. Tatsache ist einfach, dass Probleme und Fehlstellungen beim Kiefer allgemein und bei den Zähnen dazu führen, dass die Pferde sich selbst beißen und es dann zu gewissen Blutungen kommen kann. Wir kennen das ja von uns selbst: wenn unser Gebiss nicht korrekt ist, wir ein Zahnstückchen abgebrochen haben oder sonstwas nicht harmonisch passt, dann gibt‘s das bei den Menschen ganz genauso, und wir beißen uns in die Backe oder auf die Zunge.

In dem Moment, wo es tatsächlich blutet, den Reiter wegen sportlicher Verfehlungen zu bestrafen, ist also - nicht in allen Fällen, aber ganz sicher in vielen - überhaupt nicht der richtige Ansatz. Wir müssen vor dem Vet-Check auf Turnieren viel früher damit anfangen, uns mit den Mäulern und mit den Zähnen unserer Pferde zu beschäftigen. Erkennt man ein solches Problem nämlich früh genug, kann man es rechtzeitig behandeln. Diese Korrekturen sollten dann eben auch deutlich vor größeren Wettkampf-Einsätzen stattfinden, damit sich das Pferde wiederum an die neue - zwar richtige, aber dennoch ungewohnte - Stellung von Kiefer und Zähnen gewöhnen kann.

isibless:
Welche Risiken bergen Eingriffe, die zu kurzfristig vorgenommen werden?

Ísleifsson:
Nun, man greift ja im Zweifelsfall nicht nur zur Raspel, sondern auch zu weiteren Anwendungsmethoden, um die gewünschten Korrekturen herbeizuführen. Dadurch können gewisse Stellen im Pferdemaul natürlich eine Zeit lang erst einmal deutlich empfindlicher sein, bevor es anschließend dauerhaft besser wird. Außerdem müssen sich ja auch die Muskeln z.B. beim Kauen auf die neuen Bedingungen einstellen können. Da sollte man ein Pferd dann eben nicht gleich wieder in puncto Wettkampf überfordern. Wichtig wäre es für mich, dass man zunächst solch ganz einfache Indikatoren überwacht wie „Frisst mein Pferd wieder gut?“ und diese grundlegenden Dinge eben sorgfältig im Auge behält.

Alle radikalen und nur kurzfristig angewandten Methoden sind fragwürdig und nach meiner Überzeugung deutlich abzulehnen. Ich kann daher nur allen Pferdebesitzern empfehlen - zum Wohle ihrer Tiere -, dass sie regelmäßige Kontrollen durchführen lassen, um frühzeitig zu erkennen, falls mal im wahrsten Sinne des Wortes etwas „hakt“. Mit einer Korrektur verschafft man seinen Pferden ja auch gleich eine viel bessere und gesündere Ernährung. Futterergänzungsmittel in allen Ehren, aber ein gesund kauendes Islandpferd ist - zusätzlich natürlich auch dank seines aktiven Darmtraktes, aber irgendwo geht‘s ja beim Fressen schließlich los - ein so guter Verwerter von Rauhfutter, dass das schon mehr als die halbe Miete ist.

isibless: Danke, Gunni, für die interessanten Einblicke!





(hd) / www.isibless.de



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