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Botschaft von den Richtern

27. ágúst 2010 kl. 19:29

Botschaft von den Richtern

Das große Turnier im Süden Islands, das Suðurlandsmót ist zu einem Abschluss gekommen. Es war eines der größten Turniere im ganzen Land mit einem straffen Tagesprogramm von früh am Morgen bis Sonnenuntergang. Wegen der knappen Zeiteinteilung lag ein großer Druck auf den Juroren, doch zum Glück richteten bei diesem Turnier viele der erfahrensten Richter in ganz Island.

Meine Beweggründe über das Turnier und speziell die Richtenden zu schreiben liegt darin, dass speziell bei diesem Turnier viele sehr erfahrene Richter anwesend waren. Deshalb entschied ich mich einige Zeilen über das Turnier und das Richtertum selbst zu schreiben. Die gezielte Frage, die dabei auftritt ist, was für ein Feedback von den Richtern zu den Reitern gelangt. Ich erwarte im höchsten Maße, dass diese professionellen Reiter Kritik an ihren Ritten begrüßen und diese nicht persönlich nehmen. Die folgenden Richter haben bei dem Turnier gearbeitet: Hulda Geirsdóttir, Gylfi Geirsson, Þórir Örn Grétarsson, Kristinn Skúlason, Tómas Snorrason, Hallgrímur Birkisson und Sandra Poul.

Ich mag es sehr mir Turniere dieser Art anzusehen. Ich sah ca. 90% der vorgestellten Reiter-Pferd Kombinationen, die an diesem Wochenende vorgestellt wurden. Es gab diverse Präsentationen mit sehr vielen verschiedenen Pferden. Aber nachdem ich alle Vorstellungen und deren Bewertungen gesehen habe muss ich zugeben, dass mir nicht klar geworden ist, nach was genau die Richter suchen.

Aber die Botschaften, die ich besonders wahrgenommen habe, sind die folgenden:

1. HOHE VORHANDAKTION!! Dies ist Kriterium 1,2 und 3. Wenn das Pferd eine gute Vorhandaktion hat, ist es nicht von Belang wie trabig oder passig es ist. Und je mehr Vorhandaktion, desto besser, egal wie steif es ist, ob jegliche Anlehnung fehlt oder die Einwirkung des Reiters unmöglich ist. Zum Beispiel gab es bei den Finals dieses Turniers Pferde mit großartiger Vorhandaktion aber deren Tölt hatte einen konstanten trabigen Takt. Dieses Gezappel mit den Vorderbeinen wurde mit Noten von 6.5 bis 7 bewerten, wohingegen klarer Tölt mit guter Aktion Noten um 6.0 erhielt. Wenn man also bei Sporturnieren gute Noten bekommen will, ist der Hauptfaktor Vorhandaktion.  Klare Gangarten, Rhythmus und Harmonie…alles irrelevant. Natürlich gab es auch Pferde die beides, schöne Vorhandaktionen und guten Takt hatten, aber viel zu viele trabige und passige Pferde erhielten hohe Bewertungen. Dies gilt besonders für die jüngeren Klassen und derer, mit weniger Erfahrung.

2. GESCHWINDIGKEIT und mehr GESCHWINDIGKEIT. Es ist wahrscheinlicher erfolgreich zu sein, wenn man full speed mit Taktfehlern und unregelmäßigem Tempo reitet als fehlerfrei zu reiten. Vorstellungen in denen der Reiter das Tempo im Trab anzieht und den Gæðinga im Trab und schnellen Tölt mit falschem Tempo vorstellt, wurden immer mit höheren Noten belohnt als wenn der Reiter mit viel Sicherheit und Stil ritt. Ich habe das nicht ganz verstanden, denn die Vorgaben sagen ganz klar, dass zum Beispiel Trab und Gallopp im „langsamen bis mittlerem Tempo“ vorgestellt werden müssen. Ein Grossteil der Pferde bei diesem Turnier müsste in Disziplinen, in denen Trab und Galopp in starkem Tempo geritten wird, sehr erfolgreich sein, denn wenn das Vorgestellte Mitteltempo war, hätte ich sie gerne im starken Tempo gesehen! Wie vorher schon erwähnt, gab es keine Strafe dafür die Gangart zu wechseln und in den Finals schien es ausreichend zu sein ein Teil der Strecke im Trab oder Galopp zu reiten um die volle Punktzahl zu erreichen.

3. REITEN. Dies ist irrelevant. All die Kurse und Unterrichtsstunden zu denen die Leute hinrennen sind nicht nötig und nur Zeit- und Geldverschwendung. Auch wenn das Regelwerk besagt, dass ein Richter den Reiter mit 0,5 Notenpunkten auszeichnen kann, wenn dieser vorbildlich reitet, ist leider nur Theorie und nicht gängige Praxis. Eine Vorstellung ohne Fehler, Konflikte und Ausbrechen…wird normalerweise als „abgestumpft“ tituliert. Reiter, die geübt haben ihr Pferd vom Stand in den Galopp zu bringen, Reiter, die die Pferde auch durch die Ecke reiten, Reiter, die ihr Pferd auch im Trab und Galopp in angemessenem Tempo vorstellen etc…werden nicht belohnt. Nun gut, vielleicht verwenden die Richter die 0,5 Notenpunkte für den Reitstil aber es scheint angebracht, dass dies nur der Fall ist, wenn jemand in wirklich starkem Tempo Tölt (falsches Tempo erlaubt!!) reitet. In jedem Fall ist es Fakt, dass eine Vorstellung im starken Tempo Tölt mit 1 bis 2 Notenpunkten mehr belohnt wird, als eine tolle Vorstellung im Galopp, Schritt oder Trab.

4. WER DU BIST UND WEN DU KENNST. Als ich jünger war, war ich extrem stolz darauf eine VIP-Karte für Bars oder Clubs wie Casablanca und das Ingolfscafé zu haben. Dann konnte ich an der Schlange Wartender vorbeigehen und fühlte mich irgendwie wichtig. Es war auch immer von Vorteil die Türstehen zu kennen. Dann konnte man nämlich direkt hinein gelangen, egal wie spät es war. Dies scheint auch der Fall auf Turnieren zu sein. Es scheint auch hier VIP-Karten zu geben, die im Umlauf sind. Einige Mitglieder und ihre engsten Freunde scheinen immer am Anfang der Schlange zu stehen, egal wie schlecht die Präsentation ist.

Dies ist das Fazit, welches ich aus dem Suðurlandsmót ziehen kann. Ich muss zugeben, dass es nicht das ist was ich denke, um das ein Sportturnier sich drehen sollte. Viele der Finalteilnehmer sind nach den oben genannten Kriterien geritten und unglücklicherwiese sind es diejenigen, die die Topränge in den Finals belegen, die keine klaren Gänge zeigen und deshalb sind ihre Vorstellungen leider wertlos!

Bald werden die isländischen Meisterschaften gehalten und es werden auch einige Richter des Suðurlandsmóts dieses Turnier richten. Ich hoffe, dass diese andere Schwerpunkte setzen und sich besser konzentrieren, da das Richten beim Suðurlandsmót nicht gut war. Zusätzlich zu den vorher genannten Problemen, möchte ich darauf hinweisen, dass die Richter eher zweitklassig orientiert sind und die Zuchauer auf den Hängen Spaß hatten Noten zwischen 6 und 6.5 in den Finals zu sehen. Das lustige daran ist, dass es für die Zuschauer anscheinend keinen Unterschied macht, wie die Endergebnisse lauten. Ich habe mitbekommen, dass ein Richter sagte, dass er die Pferde ziemlich ähnlich fand aber dagegen würde ich entschieden protestieren. Ich möchte ganz besonders betonen, dass für Vorstellung die voller Formfehler waren es keine Ahndungen gab und fehlerfreie Präsentationen wurden nicht belohnt. Beispiele für das was ich meine: Reiter, die eine ganze Runde brauchen um ihre Pferde in den richtigen Galopp zu bringen. Reiter, die es nicht schaffen ihr Pferd auf den Punkt in den Trab umzustellen oder denen das Pferd eine ganze lange Seite in den Trab fällt. Reiter, die der Bewegung im Galopp nicht folgen. Reiter, die im Schritt passiv auf dem Pferd sitzen. Schlechter Takt, passig oder trabig.

Ich denke es ist sehr wichtig, dass sowohl Reiter als auch Richter über diese Dinge nachdenken. Die Richter müssen realisieren, dass ihr Richten eine klare Botschaft an die Reiter darstellt. Die Botschaften, die ich vorher erwähnt habe, sind meiner Auffassung nach nicht richtig und stehen in keinem Verhältnis zu den Turnieren. Aber dieses Richten beeinflusst die Vorstellungen der Reiter und wie diese die Pferde auf die Turniere vorbereiten. Und die Turniere heutzutage ähneln den Gæðingakeppnis immer mehr, was eine Schande ist. Es sind die Richter in den Turnieren, die für diese Entwicklung verantwortlich sind, da sie die Vorstellungen belohnen, die voller Fehler sind mit hoher Geschwindigkeit und hochweiten Vorhandaktionen.

Ich frage mich, ob einige der Richter ihre Rolle  auf schlechte Art und Weise falsch verstehen. Manchmal hat man das Gefühl, dass sie sich selbst als Stars des Turniers sehen anstatt als „Bedienstete“ für die Reiter so zusagen. Ihre Rolle liegt darin die Vorstellungen zu bewerten mit den Richtlinien, die ihnen an die Hand gegeben werden und diesen fachlichen Voraussetzungen in jeder Hinsicht zu folgen. Sie sind nicht dazu dar sich selbst darzustellen oder ein neutraler Mitläufer der anderen vier Richter zu sein. Richter haben Macht und diese ist an Verantwortung geknüpft. Es ist wichtig, dass sich alle Richter ihrer Verantwortung bewusst sind und ihre Arbeit ernst nehmen. Wenn eine Vorstellung nicht erfolgreich ist, sollte darauf aufmerksam gemacht werden, egal welches Pferd oder welcher Reiter sich auf der Bahn befindet ebenso sollten gute Präsentationen mit hohen Noten belohnt werden egal um wen es sich handelt.

Ich muss zugeben, dass ich lange darüber nachgedacht habe diesen Artikel zu schreiben. Dies liegt daran, dass ich schon viele Male über die Arbeit der Richter nachgedacht habe und Artikel im Eiðfax veröffentlicht habe. Danach wurde deutlich, dass viele Richter sehr sensibel und intolerant auf Kritik reagieren. Der Fakt, dass ich es wage sie zu kritisieren geht an diejenigen, die mir am liebsten sind und das bedauere ich.

Ich möchte gerne die Richter beglückwünschen, die die isländischen Meisterschaften richten, für die Möglichkeit an diesem tollen Ereignis mitzuwirken und hoffe inständig, dass ihre Botschaft an die Reiter eindeutig ist und die Betonung auf dem sportlichen Wettbewerb liegt.

Ólafur Árnason